TV-Helden #65 TV-Quoten im digitalen Zeitalter – Unverzichtbar oder überholt? Mit Kerstin Niederauer-Kopf Vorsitzende der AGF (#71)
Christian 00:00:00 - 00:01:12
Herzlich willkommen zu 1 neuen Folge von TV-Helden, der Branchen-Podcast für alle, die sich professionell mit Fernsehen beschäftigen. Mein Name ist Christian Heimke. Und jetzt freue ich mich auf eine ganz besondere Frau, mit der ich heute sprechen darf. Denn jede TV-Managerin und jeder TV-Manager blickt am Morgen als erstes, gebannt auf die Zahlen, die ihr Unternehmen reportet. Diese TV-Quoten entscheiden über Erfolg und Misserfolg von Sendungen, Formaten und ganzen Fernsehsendern. Doch das Nutzungsverhalten des Bewegtbildkonsums ändert sich und so muss auch diese Währung des Fernsehens sich weiterentwickeln. Da trifft es sich gut, dass meine Gesprächspartnerin eine visierte Forschungsexpertin ist, die die Werbe- und Marktforschung aus der Perspektive 1 Fernsehsenders wie auch aus der Perspektive 1 Marktforschungsunternehmens kennt. Ihre Forschung zur Werbewirkung wurde sogar mit dem Innovationspreis prämiert.
Christian 00:01:12 - 00:01:36
Deswegen ist sie die richtige, die mir hier und jetzt erklären kann, warum so mancher CEO meint, es fehlen noch Standards in der Messung und es werden derzeit Äpfel mit Birnen verglichen. Höchste Zeit, mit ihr über den Status quo und die Zukunft der TV- und Videomessung zu sprechen. Herzlich willkommen, Kerstin Niehauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung.
Christian Heinkele 00:01:36 - 00:01:41
Ja, hallo Christian. Ich freue mich sehr, dass wir heute miteinander sprechen können. Sind ja spannende Themen.
Christian 00:01:41 - 00:02:10
Die habe ich schon im Intro schon betont. Ich habe auch schon eingangs gleich betont, dass die meisten Executives in der Branche als erstes morgens die Quoten studieren. Das ist ja schon eine große Verantwortung. Als Geschäftsführerin der AGF Videoforschung verantwortest du auch die strategische Entwicklung und die operativen Projekte in der TV- und Videomessung. Wie kann ich mir so einen Tag von dir vorstellen? Stehst du auch auf und schaust als allererstes auf die TV-Quoten?
Christian Heinkele 00:02:11 - 00:03:03
Also, da ich ein Frühaufsteher bin und die Daten ja nicht in der Regel so 8.20 Uhr, zwischen 8.20 Uhr und 8.30 Uhr kommen, habe ich noch ein bisschen Zeit, mich einzugrooven auf das, was der Tag so bringt. In der Regel startet mein Tag entweder mit Zeitungslesen oder mit Podcast hören, in der Tat. Das finde ich eigentlich ganz schön, dass es so Formate gibt. Deshalb freue ich mich, dass wir auch jetzt einen machen. Aber in der Tat ist es wirklich so, ab 8.20 Uhr, egal wo ich bin, ob ich im Urlaub bin oder ob Sonntag oder Feiertag ist oder ob ich abends lang gefeiert habe und ich würde gern schlafen, Die magische Uhr ist 8.20 Uhr, Handy in die Hand nehmen, angucken, sind alle Daten durchgelaufen, ist alles da, hat die GfK reportet, dass alles fein ist. Und dann gucke ich mir natürlich auch Booten an, klar. Also Ich habe ja auch eine TV-DNA, insofern ist das für mich ja spannend.
Christian 00:03:03 - 00:03:39
Ja, die hast du, die TV-DNA. Und da möchte ich genau auch gerne mit dir darauf eingehen, weil mich interessiert natürlich immer bei meinen Gästen auch die Karriere, die dahinter steckt, dass man zu so 1 Aufgabe, zu so 1 Verantwortung kommt, die sie heute wahrnehmen. Jetzt gebe ich dir mal den Titel TV-Heldin der Kennzahlen. Rein vom Studium hätte ich das jetzt mal nicht vermutet, da ist zwar BWL dabei, aber du hast Deutsche Philologie, Anglistik und eben BWL an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz studiert. Was ist denn deutsche Philologie und wann hast du deine Liebe zur Marktforschung gefunden?
Christian Heinkele 00:03:40 - 00:03:48
Das ist wirklich ganz spannend. Deutsche Philologie bedeutet eigentlich Germanistik. Das habe ich sogar im Hauptfach studiert. Ich bin also durch und durch Geisteswissenschaftlerin.
Christian 00:03:49 - 00:03:49
Also
Christian Heinkele 00:03:49 - 00:04:59
für meinen Prof, da sagt er irgendwann mal, sie sei eine Eskapistin. Ich habe nach wie vor immer noch einen guten Kontakt zu ihm. Er sagt immer, das hätte ich nie gedacht, dass so eine Heißblut-Germanistin, die halt sich auch immer sehr kontrastiv, auch in den Seminaren zu, also Hauptfach war bei mir immer der Schwerpunkt, neuere deutsche Literaturgeschichte, dort auseinandergesetzt hat zur Aufklärung, ob es wirklich einen freien Willen gibt und so weiter. Also könnten wir jetzt wunderbar einen Podcast, ne, also das wär ganz, das wär fein, da wär ich sicher auskunftsfähig. Und wie bin ich dazu gekommen? Ich hab BWL studiert, richtig. Und dort im Schwerpunkt dann im Hauptstudium strategisches Marketing. Und ja, wie soll ich sagen, der damalige Tutor, der dann bei den Planspielszenarien die Themen vergeben hat für die Abschlussarbeit, sagte zu mir, ich habe da so ein total spannendes Kapitel in meiner Doktorarbeit. Und das wäre eigentlich ganz gut, wenn eine Germanistin da vielleicht auch noch was dazu forscht.